Von

Micha

Ich bin der Micha 32 Jahre alt und seit fast 10 Jahren ein begeisterter Pokerspieler. Ich spiele Cash Game NL100 und wenn es die Zeit und die Motivation zulässt auch MTTs mit Buy Ins bis zu 250$. In meiner Freizeit bin ich für YourPokerDream tätig und helfe bei der Erstellung neuer Artikel und News im deutschsprachigen Bereich.

Da ich schon sehr lange in der Pokerwelt unterwegs bin, bin ich immer gut über alles informiert und kann in vielen Dingen meine sachliche Meinung miteinbringen.

· Veröffentlicht am 03.08.2021 · zuletzt aktualisiert am 03.08.2021

Die Kurve geht steil nach unten für den ältesten Pokerraum der Welt

Für jeden Pokerspieler ist die Marke partypoker sicherlich ein Begriff. Gegründet im Jahr 1997 ist partypoker der älteste Pokerraum der Welt und schon fast 25 Jahre im Geschäft. Man sollte eigentlich denken, dass es sich hier um einen der Top 3 Anbieter der Welt handelt, aber die Realität ist eine ganz andere. Den aktuell reicht es was die Anzahl, der Cash Game Spieler angeht, gerade mal für Platz auf der Welt(Angaben von pokersckout.com vom 03.08.2021). An der Spitze kämpfen Pokerstars und GGPoker um den Thron, danach kommt lange nichts und dann tummeln sich das iPoker Netzwerk, 888Poker und auch das Winning Poker(WPN) Netzwerk. Dahinter hat sich partypoker eingereiht.

Auf den ersten Blick überraschend da partypoker ja zusammen mit Bwin, Ladbrokes und CoralPoker ein Netzwerk bildet, welche ja definitiv auch keine kleinen Namen sind und wo schon etwas dahinter steckt. Wer sich ein bisschen in der Szene auskennt, für den ist die Entwicklung bei partypoker nicht wirklich überraschend den die Entscheidungen der letzten Jahre sind alles andere als hilfreich. Eines der größten Probleme, ist sicherlich die Entscheidung, welche Ende 2020 getroffen wurde, dass man sich so gut wie allen Graumärkten zurückziehen möchte und in Zukunft zu 99% nur noch in regulierten Märkten tätig sein wird. Diese Entscheidung war eigentlich der Todesstoß den dadurch brachen die Spielerzahlen komplett ein. Inzwischen liegt man bei einem 7-Tagesdurchschnitt von ca 800 Spielern.

Alleiniger Fokus auf den regulierten Märkten kann nicht funktionieren

Auch wenn die Idee toll klingt, so bedeutet das in der Praxis der Untergang. Zum einen sieht das die Konkurrenz anders. Gerade die Märkte in denen Online Poker eine Grauzone sind, wo es keine klaren Vorschriften und Gesetze gibt, sind ja eigentlich am interessantesten. Die Konkurrenz  hat dadurch also einen klaren Vorteil, da der Spielerpool größter ist und das automatisch auch mehr Spieler an die Tische lockt, wenn durchgehend Action ist. Wer will den auch bei einem Pokerraum spielen, wo es ewig dauert, bis ein Tisch startet, oder nur paar Stunden am Tag etwas los ist.

Nun schauen wir uns auch aber auch mal verschiedene Länder an wo Online Poker offiziell reguliert ist. Italien, Spanien, Portugal und Frankreich sind alles große Märkte und reguliert. Leider aber kein Teil des internationalen Spielerpools, also nur wenig hilfreich.

Auch Deutschland hat nun seit dem 01. Juli 2021 klare Regeln durch den neuen Glücksspielvertrag. Allerdings gibt es so viele Einschränkungen für Anbieter und Spieler, das der Markt eigentlich über Nacht zerstört wurde und völlig uninteressant ist. Die deutschen Spieler zieht es alle ins Ausland oder zu den unregulierten Offshore Pokerräumen, wo man weiterhin ganz ohne Einschränkungen spielen kann. Zudem sind bei allen Pokerräumen auch Neuanmeldungen über Affiliates gesperrt. Wenn ein Markt tot ist dann ist es definitiv Deutschland!

Dann wäre da noch UK, die es als eines der wenigen Länder tatsächlich geschafft eine halbwegs normale Regulierung auf die Beine zu stellen, die es dem Pokerraum und den Affiliates ermöglicht, normal zu arbeiten und auch dem Spieler noch etwas Interessantes anzubieten.

Belgien ist auch einer der regulierten Märkte, allerdings gibt es hier ein Einzahlungslimit von max 200€ pro Monat. Es versteht sich von selbst, dass man also hier nicht viel erwarten muss und Belgien nicht wirklich zu den interessanten Anbietern gehört.

Nicht zu vergessen Schweden, die es eigentlich genauso schlecht wie Deutschland gemacht haben und den Markt zerstört haben. Durch eine ganz kuriose Berechnung der Steuer die auf dem erzeugten Rake, aber auch den Gewinnen/Verlusten eines Spielers basieren und der 0% Rakeback Strategie, ist der Markt eigentlich auch tot.

Wird partypoker noch weiter zurückfallen?

Wenn man es ganz sachlich betrachtet muss man diese Frage mit Ja beantworten. Der Markt hat sich stark verändert und die oft ahnungslosen Politiker haben durch nicht durchdachte Gesetze und schwachsinnigen Steuern, dem Markt schon sehr geschadet und das ist natürlich nicht die schuld der Pokerräume. Jeder wünscht sich die Zeit 10 Jahre zurückzustellen, als noch alles einfacher. Aber genau aus diesem Grund und aufgrund der ganzen Änderungen, ist es in der heutigen Zeit unmöglich an der Spitze mitzuspielen, wenn man sich nur auf offiziell regulierte Märkte konzentriert.

partypoker hat ein gutes Produkt, sehr transparent mit viel Potenzial. Durch die Entscheidungen und die momentane strategische Ausrichtung ist es nur eine Frage der Zeit, wann es noch weiter nach hinten geht. Unibet und Chico Netzwerk sind gar nicht mehr so weit entfernt und liegen schon in Lauerstellung. Sicherlich ist das nicht der Anspruch, den so eine große Marke hat, aber genau so wird es kommen.

 

 

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